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 Schattenjäger - Kapitel 10

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Hamrock
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BeitragThema: Schattenjäger - Kapitel 10   Sa Aug 07, 2010 9:23 pm

Kapitel 10

Briarius hatte sich zurückgezogen um zu Atmen zu kommen. Er hatte sich einen Platz gesucht, an dem er das gesamte Schlachtfeld überblicken konnte um seine Truppen zu steuern. Er konnte sich nicht erinnern jemals eine solche Macht gehabt zu haben. Allein der Gedanke reichte und jeder der unter seiner Kontrolle stand tat was Briarius von ihm verlangte.
Plötzlich spürte er Verluste in seinen Truppen. Für gewöhnlich wäre dies nichts Ungewöhnliches in einer Schlacht wie dieser gewesen, doch diese Verluste konzentrierten sich auf ein Gebiet.
Er blickte in die Richtung von der er wusste, dass dort seine Leute anscheinend abgeschlachtet wurden.
Eine Gruppe von Sterblichen wagte es anscheinend, sich ihm zu nähern.
Er ergriff sofort Gegenmaßnahmen. Er zweigte einen Teil seiner Truppen von einer anderen Stelle ab und hetzte sie auf die Narren die ihm zu Leibe rücken wollten.
Doch es half nichts. Er musste einsehen, dass diese sterblichen mächtiger waren als er es gedacht hatte. 3 Personen fielen ihm besonders ins Auge. Ein männlicher Draenei der mit seinem Streitkolben alles niederzumähen schien was sich ihm in den Weg stellte, eine weibliche Draenei die es vermochte die Elemente zu kontrollieren, und eine weitere Draenei. Die letztere schien eine Todesritterin zu sein. Er hatte von diesen Verrätern gehört, die sich von der früheren Geißel trennten um sie zu vernichten. Es würde ihm eine Freude sein, einen jener Verräter zur Rechenschaft zu ziehen.
Er sorgte dafür, dass seine Truppen von diesen drei abließen und lies sie stattdessen Geschickt die schwächeren gewöhnlichen Soldaten von den anderen Trennen um die Reihen etwas zu lichten.
Sein Plan ging auf. Wild verstreut, wurden die Soldaten von den Untoten überwältigt und umgebracht. Diese drei „besonderen“ versuchten zwar zu Helfen, doch vergebens.
Briarius war sich sicher, dass auch diese drei ein schnelles Ende finden würden. Doch darum wollte er sich persönlich kümmern.
Doch plötzlich blickte die Todesritterin ihn an. Sie streckte die Hand nach vorne.
Auf einmal zog sie Briarius Kehle zusammen. Sein Körper wurde vom Boden gerissen und flog durch die Luft auf die Todesritterin zu. Noch im Flug schlug ihm jene seine Waffe aus der Hand.
Er versuchte mit seinen Händen etwas auszurichten doch die Todesritterin drückte ihn mit irgendeiner Magie zu Boden. Er fiel auf die Knie. Mit entsetzen musste er feststellen, dass er auch die Kontrolle über seinen Geist und somit auch über seine Truppen verlor. So war es ein leichtes für die anderen beiden, die Untoten die sie bedrängten zu vernichten.
„Schmanin!“, rief die in schwarz gehüllte Draenei.
Die andere Draenei sah ihn an. Seine Augen weiteten sich. Es war jene Draenei die er hätte jagen sollen! Er wand sich und versuchte sich aus dem Griff der Todesrittering zu befreien.
„Könnt ihn irgendwie festsetzen? Euer Bruder zickt ziemlich herum.“
Bruder? Warum Bruder? Briarius hatte keine Geschwister. Oder doch? Hatte er überhaupt Eltern? Warum erinnerte er sich an all das nicht?
Plötzlich rutschte er bis zum Bauch in den Boden. Felsen legten sich auf seine Hände, so dass er die Arme nicht mehr bewegen konnte.
Die Todesritterin ließ von ihm ab. Er hoffte jetzt wieder die Kontrolle über seinen Geist zu haben, doch er musste einsehen, dass jede Bemühung vergebens war.

Tiarana ging langsam auf ihren Bruder zu, kniete sich vor ihn und lächelte ihn an. Sie war glücklich ihren totgeglaubten Bruder endlich wiederzusehen, auch wenn sie wusste unter welchen Umständen dies geschah. Langsam zog sie ihm die Kapuze vom Kopf die sein Gesicht verdeckte.
Ihr lächeln schwand als sie sah was aus Briarius geworden war.
Sein Gesicht war faltig geworden, wie das eines alten Mannes. Außerdem war er so bleich wie Yashira nach ihrem Greifenflug. Sein langes Haar ist grau geworden und hing ihm schlaff vom Kopf runter. Wütend starrte er sie an.
Sie fing sich wieder und lächelte ihn wieder an. „Erinnerst du dich an mich?“, fragte sie mit weicher Stimme.
Einen Moment lang zögerte Briarius. Doch dann schüttelte er den Kopf. „Nein.“
Als sie die Stimme ihres Bruders hörte erschrak Tiarana. Sie war hohl geworden. Eine erschreckende Kälte lag darin und sie hallte wider, so wie die von Yashira.
Nun kam Nerad dazu. Er kniete sich neben seine Schwester. Briarius sah ihn nicht sofort an sondern starrte nur auf den Boden.
„Sieh mich an.“ Briarius reagierte nicht. „Bruder, sieh mich an!“, sagte Nerad mit deutlicherem Ton. Als Briarius immer noch nicht reagierte packte Nerad ihn am Kinn und zwang ihn dazu.
Briarius hatte die Zähne gebissen und sah ihn mit seinen blau lodernden Augen wütend an.
„Sag mir, erinnerst du dich an mich?“ Nerad versuchte in einem ruhigen Ton zu sprechen obwohl er innerlich sehr aufgewühlt war. Der Anblick seines verunstalteten Bruders machte ihn zornig.
Wieder zögerte der Todesritter. Doch wieder blieb es bei einem gedrungen gesprochenen. „Nein.“
Tiarana lies den Kopf hängen. Nerad legte ihr die Hand auf die Schulter und wand sich Yashira zu. „Seid ihr mit den Barrieren fertig?“
Die Todesitterin hatte sich zwischenzeitlich damit beschäftigt eine magische Barriere aufzustellen, welche zumindest die niederen Geißelanhänger daran hindern würde sie zu entdecken. Gerade war sie damit fertig geworden. Ein feinstofflicher violetter Schimmer stülpte sich nun Kuppelartig über die vier Draenei. Die Kuppel war gerade einmal groß genug um darin aufrecht zu stehen.
„Jetzt ja.“, antwortete Yashira auf Nerads Frage. „Aber wir sollten uns beeilen, lange wird dieser Schutz nicht halten.“
Sie stellte sich hinter Briarius, welcher seinen Blick wieder gesenkt hatte und anscheinend vergeblich versuchte seinen Geist von Yashiras Bann zu befreien.
Sie kniete sich hinter ihn, packte ihn von hinten an der Stirn und riss seinen Kopf nach hinten.
Plötzlich schrie Briarius und die Augen beider Todesritter flammten auf.
Yashira biss die Zähne zusammen und festigte den Griff. „Er lügt.“, sagte Yashira während sie tiefer in den Geist des Todesritters eindrang.
Hoffnungsvoll hob Tiarana den Kopf. „Das heißt, er erinnert sich doch an uns?!“
„Jein. Er kennt eure Gesichter. Jedoch kann sein Bewusstsein sie nicht zuordnen.“
„Könnt ihr da nicht etwas unternehmen?“
„Dazu bräuchte ich eure Hilfe. Ihr seid Paladin, ihr könnt seinen Geist läutern. Ich kann ihn nur öffnen.“
Nerad nickte. Er hatte nie viel darüber gelernt seinen Geist mit dem eines anderen zu verbinden, doch würde er sein bestes versuchen um seinen Bruder von dem zu befreien was ihn an die Geißel band.
Nerad legte seinen Hammer bei Seite und zog die gepanzerten Handschuhe aus. Er ließ seine Hände knacken und atmete tief ein. Dann fasste er seinem Bruder mit beiden Händen an die Schläfen und schloss die Augen. Er nutzte das wenige was er in seiner Ausbildung über die Geistverbindung lernte und drang in den Geist seine Bruders ein.
Sofort schossen Unmengen von Bildern und Erinnerungen durch seinen Kopf. Er sah schreckliche Dinge. Unschuldige, gnadenlos hingerichtet und als hirnlose Untote wiederbelebt. Und das alles durch Nerads aparten Bruder. Doch davon durfte er sich nicht beirren lassen, er musste nach jenen Erinnerungen suchen die Briarius wieder an die Zeit vor seinem Todesritterdasein erinnern würden.
Wartet!
Nerad erschrak sich so sehr, als er Yashiras Stimme in seinem Geist vernahm, dass er fast die Geistverbindung zwischen sich und Briarius unterbrochen hätte, zumal er Yashiras Stimme fast nicht erkannt hätte. Er war von ihr eine gewisse Kälte und das Widerhallen gewohnt. Doch in der Geistverbindung war sie klar und weich.
Er hörte also auf weiter zu suchen, und hielt bei einer Erinnerung an, die für Yashira anscheinend interessant war.
Er also…
Sie schien in der Erinnerung eine Person zu erkennen die ihr bekannt war. Als Nerad sich die Erinnerung ebenfalls genauer ansehen wollte, fand er sich plötzlich in einer großen, schwach beleuchteten Halle. Es schien als würde er Briarius Erinnerungen selbst noch einmal durchleben:

Er starrte an die Decke. Zumindest glaubte er das, denn alles was er sah war eine gähnende schwarze leere. Nur sein Gleichgewichtssinn verriet ihm, dass er lag. Seine Gliedmaßen spürte er nicht doch er wusste, dass er alle viere von sich gestreckt hatte.
Plötzlich erkannt er im Augenwinkel das aufflammen eines grünen Leuchtens. Bevor er wusste wie ihm geschah, durchfuhr ihn ein Schmerz wie er ihn noch nie zuvor gespürt hatte. Sein Körper wurde hoch in die Luft gerissen und verharrte dort durch einen gewaltigen Druck von unten.
Sein gehör war völlig betäubt durch das heftige rauschen der schwarzen Magie der er offensichtlich zum Opfer viel.
Es fühlte sich an als würde sich etwas in seine Haut brennen. Schlimmer noch, es brannte sich durch die Haut, ins Fleisch, durch den ganzen Körper bis in das tiefste seiner Seele.
Er versuchte zu widerstehen, verschloss seinen Geist, doch jegliche Barrikade wurde durch den finsteren Zauber mit leichtem durchbrochen.
Er konnte seine eigenen Schreie nicht hören. Er wusste nicht einmal ob er es überhaupt tat, es war als würde der Schmerz jeglichen seiner Sinne außer Kraft setzen.
Das Licht um ihn herum wurde schwächer. Oder waren es nur seine Augen. Die die Fähigkeit zu sehen verloren?
Er verlor das Bewusstsein.


Das Bild verschwand. Nerad spürte, dass er wieder im eigenen Körper war. Sein Herz raste. Was hatte er dort gerade erlebt?
Yashira, geht die Erinnerung noch weiter? Er hoffte die Todesritterin hätte eine Antwort.
Das hoffe ich. Wenn es das ist was ich vermute, würden wir durch diese Erinnerung herausfinden, wer der Drahtzieher des ganzen ist.
Nerad verstand die Wichtigkeit dieser Information. Also setzte er die suche fort, nach der Fortsetzung der Erinnerung die er eben durchlebte und natürlich nach den Überbleibseln von Briarius früherem Ich.
Er durchstöberte alle möglichen Grausamkeiten und grotesken Situationen. Schließlich stieß er zumindest auf den zweiten Teil des obskuren Rituals.

Als er wieder zu sich kam, kniete er. Um ihn herum war alles dunkel. Nur das schwache Scheinen der wenigen Fackeln, welche an den Wänden platziert waren erhellte den Raum ein wenig.
Die Schmerzen, die er vorher noch erlitten hatte, waren vollkommen verflogen. Er fühlte sich auch nicht mehr schwach, im Gegenteil: Er fühlte sich stärker als je zuvor.
Er blickte sich um. Hinter sich erkannte er die Silhouetten einiger schwarz vermummten Gestalten in Roben.
Plötzlich viel ihm auf, dass auch in schwarz gehüllt war. Eine schwarze Kapuze hing tief über seinem Gesicht. Unter der schwarzen Robe trug er eine noch schwärzere Plattenrüstung.
Plötzlich erschütterte eine tiefe Stimme seinen Körper.
„Erhebe dich mein neuer Diener.“
Er tat wie ihm geheißen. Er wusste nicht, wer der jemand war der mit ihm sprach, er konnte ihn auch nicht sehen, er wusste nur, dass dieser jemand vor ihm stand und sehr mächtig war. Briarius konnte die Macht förmlich bis in die tiefsten Ecken seines Körpers spüren.
„Ich bin Mal’Ganis, dein neuer Meister. In meinem Namen wirst du, gemeinsam mit meinen Horden von Untoten und Dämonen, Tod und Verderben auf dieser Welt verbreiten. Von nun an bist du kein Lebender mehr, doch tot bist du auch nicht. Auf ewig seiest du verdammt mir zu dienen. Nenne mir deinen Namen!“
Briarius hob unweigerlich den Kopf an. Vor ihm stand ein Wesen so groß, dass es sein ganzes Blickfeld ausfüllte. Der Anblick dieses Teufels, wäre für ihn normalerweise ein Schock gewesen, doch in diesem Fall kümmerte es ihn nicht.
Er musterte das mächtige Wesen. Zuerst hielt er es für einen Draenei, da es statt Füßen Hufe hatte. Doch der Rest des Körpers erinnerte so gar nicht daran. Auf seinem Kopf trug es zwei gewaltige Hörner, ähnlich denen einer Ziege. Seine Hände waren viel weniger das als Klauen. Doch das auffälligste waren die großen, schwarzen Flügel.
Das Aussehen der Kreatur identifizierte sie als Nathrezim. Diese Kreaturen lebten gemeinsam mit den Draenei, welche sich damals noch Eredar nannten, auf ihrer gemeinsamen Heimatwelt Argus.
Die Nathrezim schlossen sich, wie auch der Großteil der Eredar, Sargeras und seiner Brennenden Legion an. Von da an waren die nun mehr Dämonischen Nathrezim den meisten als Schreckenslords bekannt. Viele von ihnen übernahmen höherrangige Positionen in Sargeras Dämonischer Armee.
Das galt anscheinend auch für diesen einen.
Ohne zu zögern, nannte Briarius dem Schreckenslord seinen Namen.
Mal’Ganis hob die große Krallenbewehrte Hand.
„So sei es.“
Plötzlich spürte Briarius wie sich die Kälte welche er zuvor nur spürte, innerhalb einer Sekunde in seinen Körper fraß. Sie zog sich durch jede Ader, jedes einzelne Glied seines Körpers und ließ in selbst kalt wie Eis werden.
Er schloss die Augen um strengte sich an um dem Schmerz zu widerstehen. Sein Körper spannte sich an als würde er gefrieren.
Doch obgleich es ihm vorkam als würde er zu Eis erstarren, spürte er wie sein Köper sich mit Macht erfüllte. Er fühlte sich stärker, mächtiger und überlegener als je zuvor und immer noch schwoll die Macht in ihm förmlich an.
Er war auf dem Höhepunkt seiner Kraft. Er spannte seinen Körper an, riss die Arme zur Seite, warf den Kopf nach hinten und schrie aus seiner übermacht heraus.

Hier verschwamm das Bild. Auch wenn es nicht das war, wonach Nerad ursprünglich suchte, vermittelte es ihm einige wichtige Informationen. Es zeigte ihm, wo in Briarius Geist er suchen musste. Und Yashira schien es die Antworten gegeben zu haben die sie benötigte. Wieder meldete sie sich zu Wort: Welch Ironie. Jener, der die Geißel nach Azeroth brachte, bringt sie nun zurück.
Yashira schien nicht überrascht, dass Mal’Ganis jener war, der die Geißel wiederauferstehen ließ. Nerad allerdings, war es schon. In den Geschichten die er auf Azeroth hörte, war immer von einem Tod Mal’Ganis‘ die Rede.
Uns wurde erzählt Mal’Ganis sei tot. Wisst ihr, warum dem nicht so ist? Ihr scheint nicht überrascht.
Yashira zögerte keinen Augenblick.
Das letzte Mal trafen wir an der Küste der Eiskrone in Nordend. Bei unserem vorgehen gegen den Scharlachroten Ansturm fanden wir heraus, dass dessen Anführer nichts weiter war, als ein als Mensch getarnter Schreckenslord. Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Mal’Ganis handelte.
Wir verwickelten ihn in einen Kampf. Wir hätten es fast geschafft ihn zu töten, doch dieser Feigling flüchtete durch ein Portal. Wohin wissen wir nicht, doch das ist jetzt sowieso irrelevant.

Davon hatte Nerad nie etwas gehört. Wer ist „wir“?
Die Schwarze Klinge.

Das reichte Nerad. Er rief sich ins Gedächtnis zurück, dass die Zeit drängte und widmete sich wieder seinem Bruder.
Yashira schien dies zu bemerken.
Wir müssen tiefer in seinen Geist eindringen. Dort werden wir finden, was ihr sucht. Wenn wir die Erinnerungen abrufen werden sie eurem Bruder auf die Sprünge helfen.

Die Prozedur dauerte schon einige Minuten. Tiarana fragte sich, wir schwer und anstrengend es wohl war. Sie wollte helfen, musste aber akzeptieren, dass sie nichts tun konnte außer zu warten.
Sie beobachtete ihre Brüder und Yashira.
Briarius steinernen Fesseln hatten sich nicht gerührt. Immer noch hockte er da, den Kopf weit in den Nacken geworfen, den Mund aufgerissen, die flammenden Augen stark glühend.
Yashiras Gesichtsausdruck blieb starr und konzentriert. Doch auch ihre Augen glühten blau. Ihre bleiche Hand krallte sich fast schon auf Briarius‘ Kopf fest, Krampfadern bildeten sich darauf.
Nerad kniete vor seinem Bruder. Auch sein Gesichtsausdruck wirkte stark konzentriert. Doch seine Augen waren geschlossen. Hin und wieder zuckten seine Augenlider ein wenig.
Die ganze Zeit schon verharrten die drei Draenei in diesen Positionen.
Tiarana hoffte nur, dass der Schild den die Todesrittein aufgebaut hatte noch lang genug halten wurde. Sie stand auf und ging so weit sie konnte an den Rand der Barriere.
Durch den violetten Schleier war es schwer, zu sehen was auf dem finsteren Schlachtfeld um sie herum vorging. Doch die schwachen Silhouetten verrieten genug um zu wissen, dass die Geißel immer mehr die Oberhand gewann. Tiarana hoffte, dass Yashiras Plan Briarius Kontrolle über die Untoten als Vorteil zu nutzen, aufgehen würde. Tiarana lies ihren Blick schweifen. Wo sie auch hin sah, der Tod schien allgegenwärtig. Ob Ghul, Gruftbestie, Mensch, Zwerg oder Draenei. Sie starben und standen wieder auf… insofern sie noch zu gebrauchen waren. Jene die gänzlich in Stücke gerissen wurden oder ihre Beine verloren hatten waren für die Geißel selbst als willenlose Zombies nutzlos. Tiarana war angewidert von diesen Methoden. So makaber es auch war, so hoffte sie, dass jene die noch nicht mit dem Untode verflucht waren, zumindest durch den Verlust ihres… „Nutzens“ davon verschont blieben.
Plötzlich vibrierte der Boden unter ihren Füßen. Eine Sekunde lang befürchtete sie, dass jeden Moment eine Gruftbestie aus dem Bodenbrechen könnte, doch durch die Erde fühlte sie, dass die Ursache eine Erschütterung nur ein paar hundert Meter entfernt war. Sie sah in die Richtung und versuchte durch den Schleier zu erkennen was so eine starke Erschütterung ausgelöst haben könnte. Lange suchen musste sie nicht. Auch wenn es relativ weit entfernt war, erkannte Tiarana wie die zweite Nekropole zu Boden ging. Zumindest die Himmelsbrecher schien keine Probleme bei ihrer Aufgabe zu haben.
Doch plötzlich fiel ihr ein was der Nekropolenabsturz bei Nethergarde ausgelöst hatte. Der Boden vibrierte stärker. Tiarana wusste, dass die Schutzkuppel nur davor schützte entdeckt zu werden, nicht aber davor, dass sich etwas, lebendig oder nicht, ihnen näherte. Was würde wohl passieren wenn die Geistverbindung der anderen drei Draenei unterbrochen werden würde? Die Antwort auf diese Frage wollte sich die Junge Schamanin gar nicht ausmalen. Sie kniete nieder und stemmte die Hand auf den Boden. Sie musste nun sowohl schnell, als auch vorsichtig handeln um weder entdeckt noch von einer Staubwolke begraben zu werden. Sie lies den Boden am Rand der, für so eine Aktion, eigentlich viel zu kleinen Kuppel aufbrechen und errichtete aus der gewonnenen Erde einen gekrümmten Schutzwall vor sich und den anderen. Doch das allein würde nicht ausreichen für einen Staubsturm von solch einer Intensität. Es würde, so wusste sie, mit Sicherheit nötig sein, den Wall mit ihren Kräften aufrecht zu erhalten. Sie spürte wie sich die Druckwelle näherte. Der Wind wurde stärker. Ihre Haare begannen bereits stark im Wind zu wehen.
Doch mit einem so plötzlichen auftauchen der Staubwolke hatte sie nicht gerechnet. Mit einem Ruck traf sie mit voller Wucht auf Tiaranas provisorisch errichteten Schutzwall. Fast wäre er zusammengebrochen, aber nur fast. Im letzten Moment hatte Tiarana genug Energie in den Boden leiten können. Es kostete sie viel Kraft den Wall aufrechtzuerhalten. Doch ihre Entschlossenheit ihre Geschwister zu beschützen gab ihr die nötige Kraft.
Mit der Zeit wurde der Sturm schwächer und Tiarana regelte auch ihre Kraft dementsprechend. Doch plötzlich rammte etwas gegen den Erdwall. Der Wall hielt glücklicher weise stand. Tiarana vermutete, dass der Wind einen Felsen aufgewirbelt hatte. Doch als ein weiterer Aufprall die Mauer erschütterte konnte da etwas nicht stimmen. Möglicherweise war eine Gruftbestie dagegen geschleudert worden. Ein dritter Aufprall traf auf die Wand. Jetzt war Tiarana klar, dass dort nichts gegengeschleudert wurde. Etwas versuchte durchzudringen.
Tiarana wusste nicht was sie tun sollte. Der Sandsturm war zwar langsam abgeklungen, doch wenn sie den Wall fallen lies um sich zu verteidigen drohte sie getötet zu werden. Ihr blieb nur den Wall als Waffe einzusetzen.
Sie griff in den Boden. Als ob sie den Erdwall selbst vornüber kippen würde riss sie die Arme nach oben. Schlagartig wurde der Wall umgeworfen. Doch noch in der Luft zerschlug etwas die dicke Mauer. Staub flog Tiarana ins Gesicht. Zum Schutz hob sie die Arme davor. Sie hustete. Plötzlich spürte sie eine starke kälte. Eineunnatürliche Kälte. Es war als drang sie in jede einzelne Zelle von Tiaranas Körper. Vor Kälte zitternd senkte sie die Arme. Immer noch wirbelte Staub durch die Luft. Doch Tiarana spürte, dass sich etwas näherte. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte durch den Staub hindurchzusehen. Das Bild, das sich ihr bot war für sie wie ein Deja Vu. Zwei blau glühende Augen flammten in der dichten Staubwolke auf. Doch dieses Mal sprang niemand direkt auf sie zu. Stattdessen tönte ein gackerndes, widerhallendes lachen durch die Luft. „So sieht man sich wieder.“, die Stimme barg noch mehr Kälte als die Yashiras. „Dachtet ihr, so ein schwacher Zauber könnte irgendwen davon abhalten euch zu sehen?“
Tiarana antwortete nicht. Sie hoffte nur, dass sich der Staub nicht legte und der Todesritter, nicht bemerkte was hinter ihr vorging. Der Todesritter sprach weiter. „Ich frage mich nur… wie eine unbedeutende Schamanin wie ihr einen solchen Zauber überhaupt wirken konntet…“, ihm schien ein Licht aufzugehen. „Oder versteckt sich hier noch jemand?“
Urplötzlich stand der Todesritter vor Tiarana, nur wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht. Mit seinem ekelerregend verfallenen und bleichen Gesicht grinste er sie bösartig an. Er hatte zahlreiche Wunden. Doch sie bluteten nicht. Tiarana blieb standhaft und erwiderte wütend den Blick. Tief blickte sie in die leeren, flammenden Augenhöhlen des Todesritters.
„Ihr seid mutig.“, sagte er und behielt dabei sein widerliches grinsen.
„Ihr seid abartig.“, erwiderte Tiarana mit zusammengepressten Zähnen. Schlagartig verlor der Mensch sein grinsen. Tiarana nutzte diesen offensichtlichen Gefühlsausbruch an. Blitzschnell lud sie ihre Hände elektrisch auf und rammte sie ihrem gegenüber in den Bauch. Dieser flog in hohem Bogen aus der Kuppel und schien gegen einen Felsen zu prallen.
Sie nutzte die Atempause um sich zu sammeln. Der Staub hatte sich gesenkt, ihre Brüder und Yashira waren sichtbar. Dem Licht sei dank hatte der Todesritter die Sichtbarriere nicht entfernt. So griffen wenigstens von sich aus keine Untoten in den Kampf ein. Sie hatte allein vermutlich so oder so keine Chance. Doch sie durfte weder Nerad noch Yashira aus ihrer Trance reißen. Wer weiß, was das auslösen würde.
Sie sah die Silhouette des Todesritters aufstehen. Er fluchte. Schnellen Schrittes kam er auf sie zu.
„Törichtes Mädchen! Dein Hochmut wird dich dasselbe Schicksal ereilen lassen wie deinen Bruder, nur wird dir nicht dieselbe Macht zuteil werden!“ Starker Zorn lag in seiner Stimme. Doch woher wusste er, dass sie Briarius Bruder war? War er etwa…
Der Todesritter durchschritt die Barriere. Er hatte sein Schwert gezogen und schwang es bereits. Tiarana sprang zurück. Ihr Herz pochte. Blitze knisterten in ihren Händen. Voller Wut schleuderte sie den Blitz auf den Bleichen. Aber bedauerlicher Weise war er darauf vorbereitet. Mit einer Hand schwang er seine Klinge in den Blitz und nutzte ihn als Blitzfänger. Er war wieder in Reichweite. Einen Hieb vorhersehend duckte sich Tiarana ab und wollte ihrem Gegner mit einem Tritt die Beine wegfegen. Ein Fehler. Als sie das Bein traf durchfuhr ein starker Schmerz ihr Schienbein. Der Todesritter war standhaft geblieben und sie trat nur gegen den Plattenpanzer an seinen Beinen. Sie schrie auf und robbte zurück als der Todesritter sich lachend über ihr aufbaute.
„Dummes Mädchen.“, gluckste er. Tiarana wunderte sich, dass er die anderen noch nicht bemerkt hatte. Sie wusste, dass sie dafür Sorgen musste, dass er es auch nicht zu früh tun wird. „Es wird mir eine Freude sein dich in eine Banshee zu verwandeln.“ Wieder lachte er. Tiarana versuchte sich aufzurappeln, doch jäh traf sie ein Fuß am Hals und trat sie wieder zu Boden.
„Du zappelst ja wie ein Fisch der zu ersticken droht.“
Er richtete sein Schwert auf ihre Kehle. Die blauen Runen begannen stärker zu glühen. Tiarana war überrascht über die Unwissenheit des Todesritters. Er hätte wissen müssen, dass sie immer noch die Elemente nutzen kann. Sie krallte sich im Boden fest. Zwar hatte sie schon viel Kraft verbraucht, doch für einen simplen Erdschwebezauber würde es auf jeden Fall noch reichen. Sie ließ hinter sich einen großen Erbrocken herausbrechen und schleuderte ihn dem hochnäsigen Bösewicht ins Gesicht. Er brüllte wütend, als ihm der Klotz die Nase brach. Sich mit der freien Hand das Gesicht haltend taumelte er zurück. Etwas zu weit für Tiaranas Absichten. Den Schmerz im Bein ignorierend kam sie auf die Beine. Doch als sie einen Zauber wirken wollte war es bereits zu spät. Der Todesritter stolperte, und zwar über die Füße des knienden Nerad. Mit einem krachen der Plattenrüstung stürzte der Mann in schwarz zu Boden. Tiarana hoffte, der Todesritter würde denken er wäre über einen Felsbrocken gestolpert. Um jeden Preis musste sie, wenn er es denn überhaupt dachte, den Todesritter in diesem Glauben lassen. Sie packte sich eine Hand voll Sand, sprang auf ihn zu und warf ihm den Sand ins Gesicht um ihn zu blenden. Er grunzte wütend. Tiarana lies sich mit dem Knie auf das Handgelenk fallen, in dem er immer noch das Schwert hielt. Wild schlug sie mit der Faust auf das Gesicht der Todesritters ein und hoffte damit irgendwie Zeit zu schinden. Doch nach nur wenigen Schlägen fing er ihre Faust ab und drückte Tiarana langsam von sich runter. „Ihr.. seid… eine Plage!“ Mit einem ruck stieß er sie weg und sie taumelte nach hinten.
„Jetzt ist Schluss mit dieser Maskerade!“, rief der sichtlich genervte Todesritter und mit einem wink seiner Hand verschwand die Kuppel die vor der Sicht der Untoten schützte. In negativer Erwartung blickte Tiarana sich hektisch um. Die Aufmerksamkeit einiger Untoter war bereits erregt. Auf eine Handbewegung ihres Meisters kamen sie näher.
„Geh beiseite, Schwester.“ Tiarana schreckte auf als hinter ihr die Stimme ihres Bruders erklang. Aber es war nicht Nerad der sprach. Tiaranas Herz machte einen Hüpfer als sie realisierte, dass es Briarius war.
„Briarius! Du bist zurück!“, ihre Freude überwog die Ernsthaftigkeit der Situation und sie fiel ihrem Bruder um den Hals. Tränen der Freude liefen über ihre Wangen. Briarius legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Ich freue mich auch dich zu wiederzusehen.“ Tiarana musste sich noch an die neue Stimme ihres Bruders gewöhnen. Mit einem neutralen Ton fuhr er fort. „Aber um unser Wiedersehen zu feiern ist noch genug Zeit.“ Sein Blick ruhte auf dem anderen Todesritter. „Verschwindet von hier. Ich habe noch eine Rechnung mit diesem Wurm zu begleichen.“ Rücksichtsvoll löste er sich von Tiarana und hob seine Klinge zum Kampf.
„Vergiss es.“, widersprach ihm Tiarana. „Ich werde dich nicht noch einmal im Stich lassen.“
„Das gilt auch für mich.“, stimmte Nerad mit ein.
Tiarana meinte ein Grinsen auf Briarius‘ Gesicht zu erkennen. „Dann los.“ Und mit diesen Worten griff er an.
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